Alles weil wir Freunde sind!

17.03.2014 16:12 | Stories aus dem Carp Camp

Endlich, der Winter geht zu Ende und wir freuen uns auf die kommende Angelsaison. So gerne ich auch in der kalten Jahreszeit meinem Hobby nachgehe, mein Wintergewässer war mal wieder zugefroren und so hieß es auch dieses Jahr abwarten bis sich die Sonne wieder zeigt. Nur einem meiner Freunde konnte es gar nicht kalt genug sein, meiner Hündin Samson.

Hund beim KarpfenangelnSie hat ein dickes Fell und sieht aus wie ein Eisbär. Bei Minusgraden schlief sie im Schneegestöber bis man sie kaum noch sehen konnte. Eine wirklich lustige Hündin mit der es auch bei minus 15 Grad niemals langweilig wird!

Jetzt, wo alle in den Startlöchern stehen, hoffe ich auf eine fischreiche Saison und nicht ganz so viele Pleiten, Pech und Pannen wie im letzten Jahr…

2009 war nicht immer von Erfolg gekrönt, zumindest was die Fischerei anging. Jonathan und ich mussten um jeden Fisch kämpfen. Hinzu kam, dass ich nicht immer zur richtigen Zeit am richtigen Platz angeln konnte, da es bei M&R (zum Glück) verdammt viel Arbeit gab. Nach endlosen Wochen der Entbehrung konnten wir Ende März mit unserer Karpfenangelei beginnen. Die Sonnenstrahlen hatten das letzte Eis geschmolzen und voller Erwartungen, zu Allem bereit, standen wir am See. Nach diesem harten Winter würden die Fische unser Futter sicherlich gerne annehmen. Doch nach einigen Nächten kam die Ernüchterung.

Die Bissanzeiger blieben meistens stumm. Es gab nur wenige Sternstunden, die schnell wieder vorbei waren. Der falsche Platz, die falsche Nacht, ich bin selten so oft ohne Erfolg nach Hause gefahren wie im vergangenem Jahr. Wo wir die Karpfen unter der Woche lokalisierten und versuchten, sie mit unseren Futteraktionen am Platz und bei Laune zu halten, dort waren sie am Wochenende verschwunden…

Dieses änderte sich gegen Ende des Sommers. Zumindest für Jonathan, er hatte sehr viel Freizeit und konnte viele Tage und Nächte am Wasser verbringen. Als die Nächte wieder länger wurden und die beste Jahreszeit begann, konnte er eine Reihe wirklich dicker Karpfen auf die Matte legen! Während der Arbeit wartete ich ständig auf die nächste Fangmeldung.

Ein schönes Gefühl, endlich kam der Erfolg!

Auch ich versuchte noch einen guten Fisch zu landen, doch es wurde immer schwieriger. Um vernünftig zu angeln, musste ich im Spätjahr Futter und Tackle perfekt vorbereiten. Samstags nach der Arbeit blieben nur wenige Stunden Tageslicht. Es war Eile geboten um alle Ruten ohne Boot noch optimal zu platzieren und präzise zu füttern.

An einem Wochenende lief alles wie geplant, sonntags hatte ich mich mit Jo verabredet um noch ein paar Bilder für einen Bericht im Carp Mirror zu schießen. Ich lag am Samstagabend schon früh im Schlafsack, als sich um 20:30 Uhr ein Micron meldete. Nach kurzem Drill ging ein dicker Spiegler über meinen Kescher. Nachdem der Fisch gewogen und versorgt war, schickte ich Jo eine kurze Nachricht – er hat sich mehr über diesen Karpfen gefreut als ich!

Geprägt von diesem schwierigen Jahr war auch unser Wallertrip. Ende Oktober an einem Freitag saßen Jo, Jonny, Alexandre und ich im Flugzeug in Richtung Spanien. Wir waren richtig heiß auf die Waller und da Jo und ich schon viele Jahre nach Spanien kommen, konnte ja nichts schief gehen. Eine Fangorgie sollte es werden…doch es kam ganz anders.

Am Samstagmorgen ging es los, zwei mit Ausrüstung, 500 kg Pellets und einigen San Miguel bepackte Mietautos quälten sich von Mequinenza nach Caspe. Schnell stellten wir fest, dass der Wasserstand im Stausee noch sehr hoch war und die meisten Angelplätze belagert waren. Stunden später, nach einer nervenaufreibenden Fahrt durch die Wildnis, konnten wir unser Camp aufbauen. Doch die Welse blieben aus, lediglich ein wohl großer Fisch, der während des Drills verloren ging, war das Ergebnis der ersten Nacht. So folgte Platzwechsel auf Platzwechsel und die verzweifelten Versuche von vier Anglern, doch noch einige Welse zu überlisten. Doch eine Woche geht sehr schnell vorbei!

Unser „trauriges“ Résumé: sechs gefangene Waller, zwei zerkratzte und verbeulte Mietwagen, ein zerstörtes Bivie, einige leere Dosen San Miguel und trotz allem verdammt viel Spaß!!!

Freunde beim Karpfenangeln

Vielen Dank Jungs, es war eine meiner schönsten Reisen! Bald ist es wieder soweit!

Pleiten, Pech und Pannen! Warum sollte das Jahr auch anders enden? Im November fuhr ich mit Iris nach Holland zum Raubfischangeln. Wir hatten ein Appartement in einem Center Park gebucht, um uns neben dem Angeln auch ein wenig zu erholen.

Da es sehr schwierig war ein Boot zu mieten, bot uns Dietmar Isaiasch an, einen Tag mit ihm auf der Maas zu vertikalen. Gerne nahmen wir sein Angebot an. „Zur Zeit läuft es ziemlich schlecht“ waren Dietmar’s Worte, was soll ich sagen – ich hatte nichts anderes erwartet.

Dietmar IsaiaschTrotzdem konnten wir an diesem kalten Tag zehn Zander fangen. Für mich war das ein gutes Ergebnis, für Didi war es wohl eher schlecht. Die Tage darauf zogen wir alleine los, um vom Ufer aus zu angeln. Zwei Tage ohne Fisch, „Morgen muss es klappen,“ sagte ich zu Iris und so fuhren wir am letzten Tag zu der Mündung des Genneper Hafens. Nachdem der erste Wurf mit dem Gummifisch einen Hecht brachte dachte ich noch „jetzt läufts“! Doch nach den nächsten zwei fischlosen Stunden war ich wieder am Boden der Tatsachen angekommen.

„Komm, wir wechseln den Platz“ hörte ich mich sagen, als ich aus dem Augenwinkel sah, wie Iris einen kräftigen Anhieb setzte. „Ich hab einen und der ist ziemlich aufgeregt“ sagte Iris. Aufgeregt? Ja das war ich jetzt auch, denn als ich die krumme Rute sah und hörte wie die Rollenbremse nicht mehr zum Stillstand kam, da wusste ich dass es ein ziemlich guter Fisch sein musste. Meine Aufregung steigerte sich noch, als sich der Fisch nach gute zwanzig Minuten Drill zum ersten Mal zeigte. Es war ein mächtiger Hecht, der vor der Steinpackung im Wasser lag.

Der Gummifisch war am Rücken des Hechtes eingehakt! Verdammt, wie sollte ich diesen Fisch ohne Kescher landen? Mit dem Fischgreifer oder den Händen kam ich nicht in die Nähe des Kopfes. Schnell rannte ich zum Auto, um einen Karpfensack zu holen. Zum Glück hatte ich diesen 1,20 m langen Sack, der zwei Stangen zum Stabilisieren hat, mitgenommen. Jetzt stand ich bis zu den Knien im Wasser und Iris dirigierte den Hecht über den Karpfensack. Er passte von der Länge her genau hinein und ich dachte schon an den folgenden Fototermin. Der Gummifisch hängte sich aus und als ich den Fisch aus dem Wasser heben wollte, befreite er sich durch einen kräftigen Schwanzschlag aus dem Sack!

Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie ich mich darüber geärgert habe. Noch heute ärgere ich mich über die nicht vorhandenen Fotos. Trotzdem hat Iris den Fisch nach perfektem Drill gefangen und es war ihr erster Meterhecht!!!

Noch mal ein „dickes Petri Heil“!

Mit der „letzten Nacht“ des Jahres beenden Jonathan und ich schon seit einiger Zeit das Angeljahr. So war es auch 2009. Vom 30. auf den 31. Dezember saßen wir im Bivie und spielten Poker bis in die Morgenstunden. Einen Karpfen haben wir in dieser Nacht noch nie gefangen. Vielleicht lag es auch daran, dass der See oft zugefroren war. Trotzdem waren wir jedes Mal die Nacht vor Silvester am Wasser. Ob mit oder ohne Ruten, es hat immer Spaß gemacht.

Bald geht alles von vorne los, wir haben uns viel vorgenommen für 2010. Und wenn wir am Jahresende wieder in unserem Zelt sitzen und über unsere Erfolge, Missgeschicke und verpassten Fische lachen, dann wissen wir dass es immer weitergeht… alles, weil wir Freunde sind.

Nur die Dicken wünscht Euch,

Marc

 

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