Stalking in USA!

18.01.2017 16:50 | Stories aus dem Carp Camp

Wie leitet man denn so eine Geschichte am einfachsten ein?

Am besten werde ich für euch ein paar Wochen zurück Gehen und am Anfang beginnen. Als ich bei M&R im Ladengeschäft in Karlsruhe war, überkam mich eine seltsame Idee.

Als ich zum ersten Mal eine Scope Sawn Off in den Händen hielt dachte ich sofort; das ist ja mal ein geiles Teil zum Stalken in kleinen Ecken und Buchten, direkt in der Nähe der Fische, wenig Tackle, diskret und beim Anbiss Adrenalin Pur. Die unter euch, die sowas selbst machen werden verstehen was ich meine, allen anderen kann ich nur sagen, probiert es aus, nach dem ersten Biss werdet ihr süchtig sein ;-) . Doch zurück zum Thema, ich hatte also die Scope in der Hand und dabei kam mir der Gedanke… „Passt die wohl in meinen Koffer rein?“ Denn zu diesem Zeitpunkt hatte meine Freundin unseren USA Urlaub gebucht und geplant und da mein Gehirn immer zum Teil beim Angeln ist ( ja sogar wenn es um Urlaub geht... ) könnt ihr euch ja denken was mir durch den Kopf ging: „ Scope, USA Urlaub, Karpfenangeln in New York und Miami!“ Ich erinnere mich dass sogar Marc lächeln musste als ich ihm sagte: „Stell dir mal vor einen Karpfen im Central Park New York zu fangen„!

Eine verrückte Idee meint ihr? Das haben bestimmt einige gedacht, nicht zuletzt meine Freundin als ich heimkam und die Rute stolz präsentierte und sie mich fragte was ich denn mit so einer kleinen Angel fangen will. Karpfen natürlich und das in New York und danach in Miami, auch sie musste lachen. Aber ich gab meinen Plan nicht auf!

So ein Vorhaben kann man natürlich nicht ohne eine gewisse Vorbereitung durchziehen. Das Allerwichtigste ist natürlich ob das Angeln an den Gewässern die ihr befischen wollt erlaubt ist. Danach sollte man auf jeden Fall das Reglement vor Ort kennen, um Probleme zu vermeiden. Dank Google ist ja sowas mittlerweile kein Ding mehr und auch ich fand recht schnell meine Antworten. Zum einen ja, man darf in New York angeln und jetzt kommt's, sogar im Central Park! Ja ihr lest richtig, diese Tatsache wussten sogar manche New Yorker nicht. In Miami war es schon etwas komplizierter, da dort eher eine Art sehr weitläufiges Kanalsystem existiert, aber angeln darf man dort natürlich auch!

Der zweite Teil der Arbeit lag nun darin sich die nötigen Angellizenzen zu besorgen. Ich dachte dass sich dies als schwierig erweisen würde, doch auch das war dank Internet wieder recht unproblematisch. Es gibt extra Internetseiten vom amerikanischen Ministerium für Jagd und Angeln, auf denen man diese Lizenzen ganz einfach erwerben kann. Man muss nur beachten dass die Amerikaner zwei Lizenzen führen, eine für Saltwater ( Salzwasser ) und eine für Freshwater ( Süßwasser ) und das es Unterschiede zwischen den Bundesstaaten gibt. Aber wie gesagt es ging recht einfach und ich konnte sogar online bezahlen und meine Lizenz wurde mir per Mail zugesendet, ich musste sie nur noch ausdrucken und voila ;-).

 

Stalking in USA - Bild 1

 

Es konnte also losgehen und ich war mehr als nur aufgeregt.

Die Scope passte natürlich einwandfrei in den Koffer und ich hatte noch ein wenig Platz für meine Rolle und Kleinzeug. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich noch einiges mehr mitnehmen können, aber wenig ist  besser als nichts. Zugegeben, ich wusste nicht mal ob ich Zeit hätte dort zu angeln weil New York so abartig groß ist und es jede Menge zu sehen gibt! Aber meine Freundin ist sehr geduldig mit mir ( an dieser Stelle ein kleines Dankeschön an dich Schatz dass du meine Angelsucht so verstehst ;-). So kam ich doch dazu, bewaffnet mit meiner Scope durch die Avenues zu laufen und für zwei Stunden im Central Park den Karpfen nachzujagen. Man sollte wissen, dass es im Park einige Seen gibt, doch angeln darf man nur an drei Stück. Ich entschloss mich es auf dem „The Lake“ zu versuchen. Dieser See sah echt toll aus, überhängende Bäume und Büsche, Spots im Schatten, Spots in der Sonne, kleine Buchten, offenes Gewässer, es gab genügend Möglichkeiten. Doch es stellte sich natürlich wie so oft heraus, dass es nicht einfach war an eine gute Stelle zu kommen. Zusätzlich waren jede Menge Menschen mit kleinen Booten unterwegs und es leben unglaublich viele Schildkröten im See.

 

Stalking in USA - Bild 2

 

Ich ging es also genauso an wie bei mir Zuhause,

Tackle in die Hand und laufen, laufen, laufen... Ich warte nicht bis die Fische kommen, ich komme zu den Fischen, direkt dahin wo sie sich aufhalten und fressen. Das funktioniert sehr gut und durch das wenige Tackle das man hat, geht das auch ohne große Mühen. Es gelang mir sogar im „The Lake“ zwei Karpfen ausfindig zu machen die in einer kleinen Bucht sprangen und dann am Grund nach Nahrung suchten. Da nur Sweetcorn ( Mais ) als Köder erlaubt war, und ich kein unnötiges Risiko eingehen wollte, beschloss ich auch damit zu angeln. Ich warf den Inhalt einer Dose an die Stelle wo ich die Aktivität sah, beköderte die Montage und raus damit! Es dauerte ein wenig doch wie so oft erhielt ich kurz bevor ich einpacken wollte einen Biss...Jetzt war ich panisch! Ich angel schon seit mehr als 15 Jahren auf Karpfen doch diese Situation hat mich total überfordert :-). Es war nicht wegen der  Größe des Karpfens, die spielte in meinen Augen keine Rolle, aber am anderen Ende der Schnur kämpfte mein New Yorker Karpfen wie wild und ich wollte ihn unbedingt fangen. Dieses Bild wäre mir ewig in Erinnerung geblieben und mehr wert als jeder 50+ Karpfen! Doch der kampfstarke Schuppi nutzte einen Moment aus, in dem ich die Schnur nicht gespannt gehalten hatte, um sich vom Schonhaken zu befreien. Warum Schonhaken werdet ihr euch fragen? Nun ja, es war eine Regel auf dem See die ich respektiere und ich gebe auch nicht dem Haken die Schuld, Schonhaken sind kein Problem. Ich finde sie sollten sogar mehr benutzt werden, nur sollte man wenn man damit fischt, ständig Spannung halten und genau das hatte ich falsch gemacht! Die Enttäuschung war riesig. Ich hatte ihn fast, er war so nah und doch habe ich ihn nicht mit meiner Kamera für die Ewigkeit festhalten können …

Nichtsdestotrotz war es eine Erfahrung wert. Die Karpfen im Central Park leben sehr ruhig, von Angeldruck keine Spur...Touristen ja, eine Menge von ihnen beobachteten mich skeptisch und viele mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf. Klar, ich war eine komische Gestalt mit Angelrute in der Hand und einem Karpfenlogo auf dem Pulli, der sich durch das Gebüsch schlich:-). Doch all dass war es mir Wert, das Gefühl dort die Angel auszuwerfen ist unbeschreiblich, die Geräuschkulisse ( alle 3 Minuten Polizei- oder Feuerwehrsirene, Verkehr, Hubschrauber, Flugzeuge, Menschenmassen ) und das atemberaubende Panorama, riesige Gebäude wohin das Auge blickt……. meine Freunde, so etwas erlebt man nicht oft und genau das machte diesen Moment so unvergleichlich! Ich verließ den See ein wenig traurig aber auch voller Drang in Florida mit Flip Flops am Kanal zu stehen und mein Glück erneut zu versuchen ;-)

 

Stalking in USA - Bild 3

 

Stalking in USA - Bild 4

 

Stalking in USA - Bild 5

 

Stalking in USA - Bild 6

 

In Miami ...

... gestaltete sich meine Angelei ein wenig anders, dort hatten wir ein Mietwagen gebucht und im Kofferraum hatte ich ständig meine Rute, Mais und Brot, ich war also allzeit bereit. Wir hielten mal hier mal da am Kanal an und versuchten unser Glück. Dort gab es ganz andere witzige Schwierigkeiten wie zum Beispiel die Warnung meiner Freundin „ Hier willst du angeln ? „ , hatte ich doch das Warnschild mit dem Krokodil nicht beachtet ;-).

 

Stalking in USA - Bild 7

 

Aber das Schwierigste dort war der Kanal an sich. Wer Kanäle kennt, weiß dass diese sehr strukturarm und monoton sind. Das Observieren der Wasserfläche ist auch nicht so einfach wie an einem See, da man nie das ganze Wasser im Blick hat. Auch fehlten mir die nötigen Infos. Ich wusste nur dass es Graskarpfen dort geben sollte. Diese waren eingesetzt worden um gegen Krautbewuchs zu kämpfen. Aber wie war der Bestand, war der Großteil vielleicht schon zum Krokodil Snack geworden war?? Es blieb mir ein Rätsel. Ich konnte sie nicht ausfindig machen. Ich fand zwar einige Fische, darunter ein paar Peacock Bass ( Barsch Art ) und eine Art Hecht die ich überhaupt nicht kannte, aber leider von Karpfen keine Spur. Dennoch muss ich sagen, auch dort war es Wert die Angel mit dabei gehabt zu haben. Flip Flops an den Füßen, angenehme 35 Grad und im Ford Mustang Cabrio zum Angeln zu fahren, das hat schon Style.

 

Stalking in USA - Bild 8

 

Stalking in USA - Bild 9

 

Leider blieb mir während diesem Trip mein gewünschter Karpfen verwehrt. Vielleicht hätte ich mich mehr erkundigen sollen, oder hätte mir mehr Zeit nehmen müssen...Aber ganz ehrlich, es stört mich überhaupt nicht. Allein diese Erfahrung gemacht zu haben reicht mir absolut, es war einfach nur genial . Natürlich haben wir in Miami auch die Zeit genutzt um einfach die das Leben dort zu genießen wie es sich in so einem Urlaub gehört:-). Bars und Cafés, Restaurants, Strand, Faulenzen und natürlich ein Besuch in den Everglades standen auf unserem Programm. Die Möglichkeiten dort seine Freizeit zu verbringen sind so vielfältig und für jeden Geschmack ist was dabei.

 

Stalking in USA - Bild 10

 

Stalking in USA - Bild 11

 

Ich habe auch die Gelegenheit genutzt mal einen Blick in die Kulissen bei einem Tackle Shop der Konkurrenz in Miami zu werfen. Ich sag nur eins, unfassbar, USA halt, groß, größer, riesig:-). Da war sogar ein riesiges Aquarium mitten in dem Geschäft...

 

Stalking in USA - Bild 12

 

Stalking in USA - Bild 13

 

Mit diesem Bericht möchte ich jeden von euch ans Herz legen, versucht euer Glück mal während eines Urlaubs im Ausland. Bei mir waren es die USA, bei euch vielleicht Australien oder Kanada. Angeln kann man fast überall, es müssen auch nicht immer Karpfen sein. Und ich denke jedes einzelne Gewässer oder Land hat seinen eigenen besonderen Reiz und Charme den man verspürt wenn man sich die Zeit nimmt und sich dort am See/Kanal aufhält. Man sollte niemals nie sagen und gleich von vornherein die Flinte ins Korn werfen. Traut euch und ihr werdet vielleicht auch so eine Erfahrung machen können wie ich.

In diesem Sinne, habt einfach Spaß am Angeln, macht euer Ding und genießt die Zeit am Wasser.

Euer Kim
 

Hier noch für alle unter euch, die sich in die USA begeben wollen, ein paar wichtige Internet-Adressen:

http://www.dec.ny.gov/permits/6101.html

http://www.centralpark.com/guide/sports/fishing.html


http://myfwc.com/license/

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