Räuberjagd in Holland

26.06.2016 15:53 | Stories aus dem Carp Camp

Es war Anfang August und wir fuhren für eine Woche nach Holland. Das war das Geschenk von meinem Chef, für meine bestandene Abschlussprüfung. Vielen Dank nochmal Matze! Für mich ist das Angeln auf Hecht, Zander & Co eine willkommene Abwechslung, denn Zuhause nehme ich mir nur selten Zeit für die Räuber. Zuerst standen drei Tage Guiding bei Stephan Gockel auf dem Programm, dann wollten wir unser Glück noch ein paar Tage zu zweit versuchen. Stephan sollte uns hauptsächlich unterschiedliche, interessante Gewässer zeigen, da Matze zukünftig selbständig öfters zum Fischen nach Holland fahren wollte.

Das Gewässer auf das wir am meisten Augenmerk legten war die Maas, einen Fluss mit viel Freizeit- als auch Berufsschiffverkehr. Man musste ständig die Augen offen halten und das Boot entsprechend gegen die von den Schiffen verursachten Wellen ausrichten.

Raubfischangeln Holland 1

Raubfischangeln Holland 2

Ohne Köder fängt man bekanntlich wenig also stand erstmal der Köderfischfang an. Nachdem wir genügend an Board hatten, ging es mit Fireball und Dropshot auf Zander. Schon nach ein paar Minuten war meine Rute zum ersten Mal richtig krumm. Unter Gelächter zog ich einen großen Ast aus der Maas. Kaum hatte ich meinen Köder wieder zum Grund gelassen, kam der nächste Einschlag. Ich traute mich kaum etwas zu sagen, zu groß wäre der Spott gewesen, wenn ich wieder einen Ast gehakt hätte. Nach den ersten kräftigen Schlägen vom anderen Ende der Schnur kam jedoch die Gewissheit, dass es sich um einen Fisch handeln muss. Stephan hatte schnell den Kescher aufgebaut und schöpfte meinen ersten Holland-Zander ab. Was ein Start, nach wenigen Minuten auf dem Wasser war gleich ein schöner Zander mit über 70cm Länge im Boot. Das ließ die Erwartungen für die kommenden Tage natürlich in die Höhe schießen!

Raubfischangeln Holland 3

Aufgrund des zunehmenden Regens stellten wir uns unter eine Brücke. Dort fing ich dann noch einen kleinen Rapfen. Ich wollte nur meinen Köder kontrollieren, kurbelte dementsprechend schnell ein, da biss der kleine Räuber. Aber Fisch ist Fisch, vor allem an solch zähen Tagen.

Holland 5

Mittags wechselten wir das Gewässer, blieben aber den restlichen Tag erfolglos. Immerhin wurde das Wetter besser und wir wurden nicht mehr nass. Stephan erzählte uns von kapitalen Barschen die man direkt an der Oberfläche fangen könnte. Das wollte ich unbedingt selbst erleben. Von nun an fischte ich wie besessen mit seinen Poppern jeden Hotspot ab, es tat sich jedoch nichts. Erst am Ende des zweiten Tages gelang es mir zum ersten Mal einen Fisch auf diese Art und Weise zu fangen. Es war leider nur ein Rapfen, der am Popper hängen blieb. Aber es funktionierte tatsächlich und machte zudem richtig viel Spaß!

Das kann nicht alles gewesen sein, dachte ich mir und versuchte es eifrig weiter. Das Wetter wurde immer besser und es kam richtige Urlaubstimmung auf. Stephan ließ gemütliche, elektronische Musik laufen und wir wechselten zwischen schleppen, werfen und Vertikalangeln. Die aggressiven Attacken an der Oberfläche waren der Hammer! Immer wieder verpassten die Räuber meinen Köder und ich bekam außer einem Schwall oder einer Rückenflosse nichts zu Gesicht. Nach etlichen Fehlbissen hakte sich dann mein erster Holland- Barsch. Der Stachelritter lieferte einen starken Kampf. Immer wieder flüchtete er unter das Boot und wehrte sich mit heftigen Kopfschlägen. Zum Glück ging alles gut. Mit satten 48cm ein schönes Exemplar, und dass mit dieser Methode, ein geiles Erlebnis!

Holland 8

Kurz vor dem Einpacken versuchte ich es am selben Spot noch einmal und konnte mit dem zweiten Endvierziger des Tages nachlegen. Wahnsinn, das war wirklich beeindruckend. Damit hatte sich der Trip schon mehr wie gelohnt.

Holland Barsch

Am darauffolgenden Tag befischten wir zwei weitere Gewässer und konnten mehrere Dutzend Zander auf den riesigen Wasserflächen fangen.

Holland Angeln 10

Stephan zeigte uns einige gute Spots und verschaffte uns einen guten Überblick über die Gewässersituation der Umgebung. Außerdem feilte er an meinen erbärmlichen Dropshot-Skills, bis auch ich den ein- oder anderen Zander auf diese Weise verhaften konnte. Auch wenn wir deutlich mehr Masse statt Klasse fingen, ein sehr erfolgreicher Tag. Die Guidingtage vergingen wie im Flug.

Wir beschlossen die restlichen Tage auf der Maas zu bleiben. Hier hatten wir das Boot direkt am Hotelsteg anliegen und mussten nicht jeden Tag trailern. Außerdem wollte Matze gerne schleppen, wofür sich dieser Flussabschnitt optimal eignete. Das bescherte uns bei strahlendem Sonnenschein mehrere kleine Zander, Barsche und Hechte.

Holland Barsch

Holland Zander

Bevor es dunkel wurde fuhren wir noch ein letztes Mal die Stelle an, an der ich die großen Barsche fangen konnte. Ein Drilling des Poppers verfing sich beim Wurf mit meiner Vorfachschnur und ich kurbelte schnell ein, dabei schnappte sich ein schöner Hecht meinen Köder. Ich fischte ohne Stahlvorfach und konnte nur hoffen, dass der Fisch und vor allem der Köder, den mir Stephan am letzten Tag geschenkt hatte, nicht verloren gingen. Es ging zum Glück alles gut und schon beim nächsten Wurf stieg mir wieder ein ü-40 Barsch ein.

Beim Schleppen fingen wir mehrere Hechte, immer wieder im selben Bereich, welchen wir sowohl flussauf-, als auch abwärts beangelten. Der erste des Tages war auch gleich der Größte und mit knapp über 90cm das Highlight des Tages.

Holland Hecht

Helle Köder stellten sich über alle Tage hinweg als die Fängigsten heraus, deshalb benutzte ich am letzten Tag hauptsächlich weißen Gummifischen. Wir "ankerten" unter einer Brücke, Matze fischte vertikal und ich ackerte das Ufer ab. Wir entschieden uns eine Runde zu schleppen und holten die Ruten ein. Matze machte noch eine seiner Ruten klar und ich entschied mich für einen letzten Wurf. Ich ließ den weißen Cupido auf Grund absinken, zog an und bekam einen brachialen Einschlag. Mit meiner leichten Yasei Spinnrute drillte ich eine ganze Weile, bis sich mein Kontrahent zum ersten Mal zeigte. Das Wasser war sehr trüb und das ganze Ausmaß des Hechts wurde erst im Kescher deutlich. Nur ganz knapp verfehlte er die 1 Meter Marke, was ein grandioser Abschluss!

Holland Hechtangeln

Ein paar Tage Raubfischangeln in Holland, und auch ein Guiding bei Stephan Gockel kann ich (als Karpfenangler) wirklich Jedem empfehlen. Eine Angelkarte für das ganze Jahr kostet nicht viel und man kann damit unzählige Flüsse und Seen befischen.

Andre Spänle

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